Kurze Orientierung: Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den GdB-Antrag – mit Checkliste und Formulierungs-Hilfen speziell für Autismus.
Wichtig: Das Ziel ist ein realistisches Bild
Viele Menschen schreiben im Antrag „zu nett“ über sich. Vor allem, wenn man gewohnt ist, sich anzupassen. Für die Bewertung ist aber wichtig: Was kostet dich der Alltag? Was geht nur mit großer Anstrengung? Was geht nicht?
Schritt 1: Zuständige Stelle finden
Je nach Bundesland ist das zum Beispiel das Versorgungsamt, Landesamt oder eine ähnliche Behörde. Oft gibt es auch Online-Anträge.
Schritt 2: Unterlagen sammeln
- Diagnoseberichte (z. B. Autismus, ADHS, Angst, Depression …)
- Arztbriefe, Klinikberichte
- Therapieberichte
- (Bei Kindern) Berichte aus Schule/Kita, Förderpläne
Tipp: Es ist okay, wenn nicht alles perfekt ist. Wichtig sind die wichtigsten Nachweise.
Schritt 3: Alltag konkret beschreiben
Die Behörde bewertet Funktionsbeeinträchtigungen. Deshalb sind Alltagsbeispiele sehr hilfreich.
Beispiele (nur als Inspiration)
- Reize: „In Supermärkten kommt es schnell zu Reizüberflutung. Ich muss abbrechen oder brauche Begleitung.“
- Kommunikation: „Telefonate sind kaum möglich. Schriftliche Kommunikation ist notwendig.“
- Selbstorganisation: „Ohne Checklisten vergesse ich wichtige Schritte (Termine, Post, Essen).“
- Belastbarkeit: „Nach sozialen Terminen brauche ich mehrere Stunden Erholung.“
Schritt 4: Ärztinnen/Ärzte richtig angeben
Gib die Behandler an, die aussagekräftige Unterlagen haben. Wenn möglich:
- die Stelle, die die Autismus-Diagnostik gemacht hat
- Psychiater/in oder Hausarzt/Hausärztin
- Therapeut/innen mit längerer Begleitung
Schritt 5: Antrag abschicken (und Kopie behalten)
- Mach eine Kopie oder Fotos vom Antrag.
- Wenn du per Post schickst: am besten nachweisbar (z. B. Einwurf-Einschreiben).
Schritt 6: Rückfragen beantworten
Die Behörde kann Unterlagen nachfordern oder eine Untersuchung veranlassen. Das bedeutet nicht automatisch etwas Schlechtes – es ist Teil des Verfahrens.
Schritt 7: Bescheid prüfen
Prüfe:
- Stimmt der festgestellte GdB aus deiner Sicht?
- Wurden wichtige Diagnosen/Unterlagen berücksichtigt?
- Stehen Merkzeichen drin (falls relevant)?
Wenn du nicht einverstanden bist: Widerspruch
Mini-Checkliste
- □ Unterlagen gesammelt
- □ 5–10 Alltagsbeispiele notiert
- □ Behandler-Liste vollständig
- □ Kopie vom Antrag gemacht
- □ Versand nachweisbar
Hinweis
Diese Seite ist allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung.